Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß

Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß

Vizepräsident für Studium und Lehre an der Technischen Universität Berlin

Keynote am 16. Februar 2018, 9.45 -10.30 Uhr

Internationale Kompatibilität von MINT-Studienprogrammen

Um die Mobilität der Studierenden in Europa zu fördern, wurde mit der Bologna Deklaration die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums begonnen. Zweistufige Studienstrukturen, ein einheitliches Kreditpunktesystem (ECTS) mit einem Diploma Supplement, ein einheitlicher Qualifikationsrahmen (EQR), die Lissabon-Konvention zur Anerkennung sowie Vorgaben zur Qualitätssicherung (ESG) wurden beschlossen und sind verbindlich. Also alles bestens.

Steigt man jedoch in die Niederungen der Arbeit von Prüfungsausschüssen und Studiengangskoordinatoren hinab, so stellt man fest, dass viele Probleme ungelöst sind bzw. durch nationale kleinteilige Vorgaben erst neu geschaffen wurden. So weist das deutsche Akkreditierungssystem umfangreiche formale Vorgaben für die Gestaltung von Studiengängen auf, wodurch die Einrichtung von Kooperationsstudiengängen mit ausländischen Partnerhochschulen (Double-Degree, Joint-Degree) behindert wird. Auf der anderen Seite finden fachlich-inhaltliche Aspekte kaum Berücksichtigung. Wer beispielsweise zu überprüfen hat, ob ein Absolvent mit einem Bachelorzeugnis einer ausländischen Universität qualifiziert ist, um zu einem Masterprogramm zugelassen zu werden, wird oft die notwendigen Informationen nicht zur Verfügung haben.

Mit der im Dezember 2017 beschlossenen Musterrechtsverordnung zum Akkreditierungsstaatsvertrag wurde erneut eine Chance vertan, Hindernisse abzubauen und die Mobilität weiter zu fördern. Ein Verzicht auf Detailregelungen und eine Berücksichtigung internationaler Fachreferenzrahmen bei der Akkreditierung wären wichtige Schritte für eine Verbesserung.

Biographie

© Technische Universität Berlin

Prof. Dr. rer. nat. Hans-Ulrich Heiß, geboren 1953 in Heidelberg, ist seit April 2012  Vizepräsident für Studium und Lehre der Technischen Universität Berlin. Prof. Heiß studierte Informatik und Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Betriebs- und Datenbanksystemen an der Universität Karlsruhe. Nach seiner Promotion lehrte er in New York und Helsinki bevor er 1993 seine Habilitationsschrift einreichte. Nachdem er seit 1995 den Lehrstuhl für Praktische Informatik an der Universität Paderborn inne hatte, wechselte Prof. Heiß 2001 zum Lehrstuhl für Kommunikations- und Betriebssysteme in der Fakultät IV an die Technische Universität Berlin.

Curriculum Vitae  Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß